Dienstag, 15 November 2016 19:35

Zum 110. Geburtstag eine Ordens-Sonderedition

Ehrenabend der Perkeo-Gesellschaft – Neue Ehrensenatoren und Lustige Rätinnen ernannt

Altstadt. (ths) „Perkeo“ Thomas Barth mutierte fast zum Zahlenkünstler. Der Vordenker der Perkeo-Gesellschaft jonglierte beim Ehrenabend im Prinz Carl mit vielen Zahlen, um jedem die „zehn mal elf Jahre“ seiner Vereinigung plastisch vor Augen zu führen. Demnach existiert die anno 1907 gegründete Narrengesellschaft über 40 000 Tage und noch enger gerechnet knapp eine Million Stunden oder über drei Milliarden Sekunden. Zwar gab es für dieses 110-jährige Jubiläum ausschließlich an diesem Abend eine Sonderedition des als Strahlenkreuz geformten Ordens, der sich am kommenden Freitag beim Ordensfest im Pfaffengrunder Gesellschaftshaus in etwas anderer Farbe darstellt. Aber richtig gefeiert wird erst der 111. Geburtstag in der nächsten Kampagne.

Dennoch ließ es sich Barth nicht nehmen, ganz tief in der historischen Perkeo-Kiste zu schürfen. Das Auditorium erfuhr, dass 22 Narren den Verein aus der Taufe hoben und danach einen Prinzen nebst Prinzengarde ins Leben riefen. Die Gestalt des Perkeo, die seit 1935 Symbolfigur der Heidelberger Fastnacht ist, kam erst 1929 hinzu und Barth selbst schlüpfte vor 17 Jahren als vierter Darsteller in das Gewand des Knopfmachers aus Salurn, und das zusätzlich zum Amt des Vorsitzenden und Sitzungspräsidenten. Seit 33 Jahren führt er mittlerweile die Sitzungen und dafür erhielt er an diesem Abend die Sonderstufe des Perkeo-Verdienstordens mit Eichenlaub und acht Brillanten. „Dieser Orden motiviert mich noch mehr, mit aller Kraft euch und der Heidelberger Fastnacht zu dienen“, bedankte er sich und schloss auch Heiner Pfeifer mit ein, der bis zur letzten Kampagne 17 Jahre lang als loyaler Adjutant und unermüdlicher Zeremonienmeister des „Perkeo“ wirkte und für sein „beispielloses Lebenswerk“, das 63 Jahre aktive Fastnacht umfasste, beim Abschied den elften Hofnarrenorden empfing.

Die Adjutantenfunktion führt bekanntlich eine Ehrengarde fort, von Barth sofort als „Escortservice“ betitelt und mit der Figur des Oberst Böckl gekrönt. Jene füllt Willi Gießer aus, der nicht nur deshalb neben dem stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Ziegler und Schatzmeisterin Brigitte Horn den Verdienstorden in Gold bekam. Bronze gab es für Mathias Hothum, Bernd Fuchs, Peter Schlör, Jasmin Göbes, Renate Steins, Annette Trabold, Barbara Dyroff-Siegmund, Philipp Schell und Otto Wickenhäuser. Da Rosemarie Daniel seit einiger Zeit die Perkeo-Perücke hegt und pflegt, versetzte Barth sie in den Stand einer „hofnärrischen Haarstylistin“, während er den musikalischen Leiter des Perkeo-Fanfarenzugs, Klaus Janeck, zum Ehrenmitglied ernannte. Alle erhielten übrigens zusätzlich eine neue Narrenkappe, die mit ihrer Farbenpracht an jene aus den Gründertagen erinnert.

Auf 145 schnellte die Zahl der Ehrensenatoren, die als tragende Stützen der Gesellschaft zu werten sind. Zuvor per Fragebogen geoutet, erfuhr man beispielsweise auch den Lieblingswitz, von denen Barth einige kurzerhand auf den „Schmutzigen Donnerstag“ verschob. Neu in dem Kreis sind Christof Hettich, John Ehret, Manuel Steinbrenner, Karl Hofstätter, Stephan Schmitt, Michael Hoffmann, Tilo Müller, Oliver Wolf, Florian Friedrich und Berthold Quast. Als Lustige Rätinnen fungieren Ulrike Blaschke, Kim Boyne, Sabine Seidel und Christiane Wolf.

Heidelberger Nachrichten vom Dienstag, 15. November 2016

Publiziert in Zeitungsartikel
Montag, 08 Februar 2016 09:00

Messerscharfe Dialoge mit viel Witz

Barth und Pichler spielen sich grandios die Bälle zu 

Es ist eine klamaukige Komödie, die der populäre Dramatiker Neil Simon 1972 für den Broadway schrieb – und doch besitzt „Sonny Boys“ auch viel Tiefgang. Die Zuschauerwaren also ziemlich gespannt,wie das Perkeo-Volkstheater den Stoff auf die Bühne bringen würde. Denn zum ersten Mal wurde da ein Stück gespielt, das nicht „Perkeo“ Thomas Barth selbst geschrieben hatte.

Publiziert in Zeitungsartikel
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