Samstag, 06 Mai 2017 12:44

Perkeo-Volkstheater

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Viel Lokalkolorit – und noch mehr Schützenhilfe aus Amerika

Perkeo-Volkstheater führte „Schwiegermütter küsst man(n) nicht“ auf – Alle werden durch den Kakao gezogen, auch Donald Trump

Dass Thomas Barth besonders viel Humor hat, weiß man spätestens, seit er 1978 in die Perkeo-Gesellschaft eintrat, sechs Jahre später zum Sitzungspräsidenten avancierte und seit 2002 ihr Präsident ist. Und als „Perkeo“, Symbolfigur der Heidelberger Fastnacht, macht er seit 18 Jahren eine gute Figur. Doch damit nicht genug: Der CDU-Stadtrat versuchte sich erstmals 1983 mit einem kleinen Theaterstück und ließ sich später durch den damaligen Theaterintendanten und Perkeo-Ehrensenator Peter Spuhler überzeugen, auch einmal „Abendfüllendes zu Papier zu bringen“, wie Barth die Ursprünge des Perkeo-Volkstheaters erklärt. Der neueste Hit unter der Regie von Peter Pichler: „Schwiegermütter küsst man(n) nicht“! Barth schrieb eine turbulente Verwechslungskomödie und schneiderte dem Ensemble des Volkstheaters sowie den Gaststars, den Sängern Carolyn Frank, Wini Mikus und Wilfried Staber die Figuren auf den Leib. Das beginnt schon bei Barth selbst, der den beleibten Holzwaren-Fabrikanten Karl Reichenbach verkörpert, der selten die Fäden aus der Hand gibt. Die pointenreichen Wortwechsel und jede Menge Lokalkolorit begeisterten: Da hält sich Reichenbach, zum Leidwesen seiner Gattin Berta (Ute Bujard) lieber im „Bienenstock“ auf als in der Firma. Und sein Geschäftspartner Fridolin Finkenzeller (Wini Mikus), dessen Verhältnis zur Hollywood-Diva Doris Fee (Carolyn Frank) im dritten Akt auffliegt, will sich „in Mückenloch“ verkriechen – denn er fürchtet sich vor einem Duell mit Donald Tramp (Wilfried Staber) „auf der Mausbachwiese“. Ob Bundestagsabgeordneter Lamers, Oberbürgermeister Würzner oder Stadtrat Butt – auf den Arm genommen wird jeder. Ob Tante Hilde (Brigitte Horn) Reichenbachs agiles Töchterchen Erika (Birgit Nitsche) oder der von ihr begehrte Peter Kleber (Gerd Härle) – man merkt den Schauspielern an, wie viel Spaß sie mit ihren Rollen haben. Am Ende ist es Doris Fee (eine Hommage an Doris Day), bei der alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Endlich kann Butler Georg (Willi Kießer) seine Vaterrolle mit Berta genießen, weil Erika von ihm stammt und Berta sich scheiden lässt. Den vor Eifersucht zerfressenen Tramp schickt Fee in die Staaten zurück, der temperamentvolle Bäcker Anton (Reiner Steiger) bekommt seine Hilde, der immer um seinen Lohn betrogene Taxifahrer (Ralf Blaschke) wird entschädigt, und die beiden Kammersänger Mikus und Frank stimmen zusammen mit Barth versöhnlich in den Doris-Day-Hit „Que sera, sera“ ein.

Letzte Änderung am Samstag, 06 Mai 2017 12:59

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